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Münzkatalogisierung / Römermuseum

18.09.2019
Münzen des Römermuseums werden katalogisiert. Lehr-Forschungs-Projekt mit Goethe-Universität Frankfurt

Mit einem Besuch der Numismatikerin Prof. Dr. Fleur Kemmers in Obernburg wurde ein Lehr-Forschungs-Projekt zwischen der Goethe-Universität Frankfurt und dem Römermuseum Obernburg initiiert. Frau Kemmers erhielt Münzen aus dem Museumsbestand als Lehrmaterial, die sie mit Studierenden für das Museum wissenschaftlich erfasst und katalogisiert.

 

Neues Leitbild im Museum

Das neue Leitbild des Römermuseums der Stadt Obernburg besagt, dass es sich in der Ausstellung ausschließlich auf örtlich gefundene Gegenstände konzentriert. In der Folge ergab sich ein Altbestand, der nicht die Qualifikation Fundort Obernburg aufweist. Gleichwohl aber sollen diese Stücke im Depot des Museums für Forschungszwecke, Sonderausstellungen etc. erhalten werden. Daher gilt es, diese Altbestände nach und nach zu erfassen und zu katalogisieren.

Münzsammlung im Lehr-Forschungs-Projekt

Aus verschiedenen Sammlungen besitzt das Römermuseum insgesamt 328 römische Münzen, die nachweislich nicht in Obernburg gefunden wurden. Diese Münzen wurden noch nicht nach wissenschaftlichem Standard erfasst. Auf Vermittlung von Dr. Christof Flügel, Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München, konnte das Römermuseum nun die Numismatikerin Prof. Dr. Fleur Kemmers von der Goethe-Universität Frankfurt für die Katalogisierung gewinnen. Ein gemeinsames Lehr-Forschungs-Projekt zwischen Römermuseum und Universität soll diese umfassende und hochspezialisierte Aufgabe bewältigen.

 

Projektbeschreibung

Prof. Dr. Kemmers wird die in Obernburg angesammelten 328 Römermünzen dazu nutzen, Studierende der Archäologie an ihrer Universität direkt mit antikem Originalmaterial zu betrauen. Etwa 20 Studierende aus dem 1. und 2. Semester wollen sich in einem Proseminar des kommenden Wintersemesters 2019/20 intensiv mit den Kaiserporträts, Bildsymbolen und Textkürzeln auf den Assen, Denaren und Sesterzen auseinandersetzen. Frau Kemmers empfindet den Umgang mit dem antiken Fundmaterial dabei „als große Bereicherung für die Studierenden“. Der direkte Kontakt mit einer Münze sei durch mediale Vermittlung in Bild oder Text nicht zu ersetzen.

 BU: Fleur Kemmers, Professorin für Numismatik in der Sonderausstellung „Wiederentdeckt!“ im Obernburger Römermuseum. Foto: Ulla Mühre

Erfassung und Katalogisierung

Für die Katalogisierung werden die Obernburger Münzen in einer speziellen Foto-Apparatur der Universität in professioneller Qualität auf Vorder- und Rückseite abgelichtet. Danach werden die Bilder mit einem Beschreibungstext versehen, der die üblichen wissenschaftlichen Katalogwerke für römische Münzen als Referenz heranzieht. Mit den so gewonnenen Datensätzen ist es dann möglich, die Münzsammlung auf einer zukünftigen Museums-Webseite mit wissenschaftlichem Standard online zugänglich zu machen. Sämtliche Arbeiten der Studierenden unter Betreuung von Frau Kemmers sollen bis zum April 2020 fertiggestellt sein.

 

Im Museums-Team des Römermuseums Obernburg haben Karl Ludwig Katholi, Ulla Mühre und Susanna Rizzo beim Zuordnen und Dokumentieren der Münzsammlung geholfen.

Fleur Kemmers, geboren 1977 in Rhenen/Niederlande, studierte Europäische Archäologie an der Universität Amsterdam und promovierte 2005 an der Universität Nijmegen. 2010 erhielt sie den Ruf auf die Professur „Münze und Geld in der griechisch-römischen Antike“ an die Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Fundnumismatik, Münzen als Kommunikationsmedium und metallurgische Aspekte von Münzen. Besonders spannend an den Obernburger Römerschätzen findet sie die vielfältigen Informationen des Weihesteins, in der der Kohortenarzt Marcus Rubrius Zosimus von der Heilung des erkrankten Präfekten Lucius Petronius Florentinus berichtet. Sie hat diesen Altar im Programm ihrer Vorlesung.

 

Eric Erfurth

 

Sonderführung zum letzten Öffnungstag der Sonderausstellung „Wiederentdeckt! Obernburger Römerschätze“ am Sonntag, 29. September 2019, 14 Uhr

 

Zum letzten Öffnungstag der Ausstellung „Wiederentdeckt!“ bietet Museumsleiter Eric Erfurth noch einmal eine Führung durch die Ausstellung an, die die „Frankfurter Rundschau“ in einem ausführlichen Artikel als Sammlung außergewöhnlicher „Schätze aus dem Keller“ würdigte. Der Eintritt hierzu ins Museum sowie die Führung sind frei.

 

Römermuseum der Stadt Obernburg am Main, Untere Wallstraße 29A

Öffnungszeiten Museum

Mittwoch und Donnerstag: 14–16 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertage: 14–17 Uhr

Öffnung für Besuchergruppen nach Vereinbarung, Museums- und Stadtführungen nach Vereinbarung

Kontakt - E-Mail: tourismus@obernburg.de; Telefon: 06022-6191-17

Kategorien: Kultur & Geschichte, Pressemitteilung Stadt Obernburg