Vortrag von Dr. Bernd Steidl zur Obernburger Benefiziarierstation
Donnerstag, 8. Oktober 2026, 18 Uhr (Online-Vortrag)
„Orte der Macht“ ist der Titel einer Online-Vortragsreihe der Archäologischen Staatsammlung München, die sie zu besonderen historischen Themen im kommenden Herbst präsentiert. Neben der chinesischen Terrakottaarmee, Karthago und Alexander dem Großen werden dabei auch die Römer in Obernburg vorgestellt. Der Archäologe Dr. Bernd Steidl referiert am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, um 18 Uhr zum Thema „Der lange Arm Roms – Eine Station für die Ordnungshüter des Statthalters in Obernburg am Mainlimes“. Der Vortrag ist online zugänglich. Ein entsprechender Link dazu wird auf der Seite der Archäologischen Staatssammlung “www.archaeologie.bayern/erleben/digitalvortraege/“
Dr. Bernd Steidl hat als Grabungsleiter die Benefiziarierstation Obernburg in mehreren Grabungskampagnen von 2000 bis 2007 im Bereich des heutigen Torhauses in Obernburg aufgedeckt. Benefiziarier waren römische Zivilbeamte, die über den Statthalter in Mainz direkt dem Kaiser in Rom unterstellt waren. Ihre in Obernburg ausgegrabene Station ist als Fundkomplex imperiumweit einzigartig. Sie zeigt Spuren der globalen Geschichte, wie etwa des Feldzugs Kaiser Caracallas in Germanien, bis hin zum Alltagsleben der römischen Verwaltung.
Die herausragenden Funde der Benefiziarierstation befinden sich überwiegend in der Archäologischen Staatssammlung München – einige, wie die Schatzfunde, in der Dauerausstellung des Hauses, der Großteil im Depot. Das Römermuseum Obernburg zeigt sechs Weihesteine aus einer Grabung in dem Areal von 1954.
Eric Erfurth, Leiter Römermuseum

Blick in den aus Originalfunden rekonstruierten Innenhof der Benefiziarierstation mit Laufbrunnen und Weihestein. Ausstellung „Welterbe Limes – Roms Grenze am Main“ in der Archäologischen Staatssammlung München 2008.
Foto: Matthias Seitz


QR-Code zur Seite der Archäologischen Staatssammlung
www.archaeologie.bayern/erleben/digitalvortraege/
Sammelaufruf Jahrhundertprojekt Digitaler Masterplan
Wer verfügt noch über Unterlagen zum römischen Obernburg?
Im Jahr 1903 wurde der letzte Plan für das römische Obernburg erstellt. Nun sollen alle Informationen von Anbeginn der archäologischen Ausgrabungen in Obernburg in einen Digitalen Masterplan des Stadtgebietes eingetragen werden. Dazu gilt es, sämtliche Dokumente, die es zu Grabungen in Obernburg gibt, zu verwerten.
169 Grabungsmaßnahmen in Obernburg sind bereits in den Ortsakten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege aufgezeichnet. Jedoch sind dort weitgehend erst Maßnahmen ab 1984 wissenschaftlich erfasst. Für das einmalige Jahrhundertprojekt des Digitalen Masterplans des römischen Obernburg werden daher nun Dokumente und Funde zu sämtlichen archäologischen Grabungen in der Stadt wie etwa Aufzeichnungen, Pläne, Fotos und auch Fundstücke gesucht. Alle Nachweise können wichtig sein und als Puzzleteil den großen Plan ergänzen.
Personen, die noch über solche gesuchten Materialien zum römischen Obernburg verfügen, werden freundlich gebeten, sich bei Eric Erfurth, Leiter des Obernburger Römermuseums, zu melden. Die Kontaktdaten sind: E-Mail EErfurth@t-online.de , Telefon 06022-71988.
BU: Nach der Zusammenführung der Grabungsergebnisse im Digitalen Masterplan sind virtuelle Rekonstruktionen der römischen Bauwerke in Obernburg möglich – hier eine Idealrekonstruktion der Benefiziarierstation.
Grafik: Archäologische Staatssammlung München

Stadt Obernburg