Stadt Obernburg Stadt Obernburg

Wenn die Nacht brennt – und Obernburg ein letztes Mal flüstert

bis Uhr

Veranstaltungsort: Altstadt
Römerstraße / Mainstraße
63785 Obernburg
Treffpunkt: Annakapelle Szenische Stadtführung

Manche Veranstaltungen besucht man.
Andere erlebt man.
Und manche brennen sich ein wie ein Siegel aus Feuer.

Der 30. April 2026, 20 Uhr, ist so ein Moment.

Es ist die letzte Stadtführung dieser Art.
Und es ist kein Zufall, dass sie in der Walpurgisnacht endet – jener Nacht zwischen Rauch und Mythos, zwischen Läuten und Lachen, zwischen Glaube und Gänsehaut.

Wenn in der Dunkelheit der 30. April zur Schwelle wird, wenn der Frühling seine ersten warmen Atemzüge schickt und der Wind durch die Gassen von Obernburg am Main streicht, dann wird die Stadt noch einmal zur Bühne. Nicht für Lärm. Nicht für Spektakel. Sondern für das, was bleibt, wenn alles andere verstummt.
Zwischen Tempel, Türmen und Tragödien – ein letztes Mal

Die szenische Stadtführung „Zwischen Tempel, Türmen und Tragödien“ verabschiedet sich. Und sie tut es nicht leise. Sie tut es würdig. Eindringlich. Vielleicht auch ein wenig grotesk – so wie es die Geschichte selbst oft war.

Denn was passt besser zur Walburgisnacht als eine Reise durch die Schatten der Jahrhunderte?

Vier Szenen. Vier Zeitsprünge.
Und eine Stadt, die atmet, leidet, hofft.

1642 – „Die Hexe muss sterben!“
Wenn in dieser Nacht die Mythen von Hexen und fliegenden Besen wieder aufleben, steht sie im Mittelpunkt: Katharina Märchtin.
Im Schatten des Turms, dort, wo Mauern noch wissen, was sie gesehen haben, wird Geschichte beklemmend nah. Man hört nicht nur die Anklage. Man spürt sie.
Und plötzlich fragt man sich: Wer wäre ich gewesen – damals?

1913 – „Feuer und Feder“
Flammen im Schwarzviertel. Schreie. Asche im Morgengrauen.
Doch mitten im Brand wächst etwas, das stärker ist als Zerstörung: Zusammenhalt. Menschlichkeit. Neubeginn.
In der Walburgisnacht, in der Feuer traditionell das Alte vertreiben sollen, wird dieses historische Feuer zu einem Symbol: Manchmal muss etwas brennen, damit Hoffnung sichtbar wird.

1996 – „Die letzte Blüte“
Ein Apfel. Ein Fest. Ein Moment, der die Zeit anhält.
Was so leicht und frühlingshaft beginnt, kippt ins Tragische. Erinnerung wird greifbar – süß und schmerzhaft zugleich.
Wie die Walburgisnacht selbst: ein Tanz zwischen Lebensfreude und Vergänglichkeit.

2006 – „Die Tasche am Fluss“
Ein Fund an der Mümling.
Ein Monolog, der unter die Haut geht.
Eine Mutterstimme, die leise spricht – und doch lauter ist als jedes Hexenfeuer.
In dieser Nacht, in der so viel von Dämonen erzählt wird, zeigt sich das eigentlich Erschütternde im Menschlichen.
Theater ohne Netz – und ohne Abstand

Das Ensemble von Die Granatsplitter e. V. spielt nicht auf Distanz.
Keine Bühne schützt. Kein Vorhang trennt. Kein Scheinwerfer blendet.

Die Straßen sind echt.
Die Mauern sind echt.
Die Kälte der Nacht ist echt.
Und die Emotionen sind es auch.

Man steht nicht daneben. Man steht mittendrin.
Man hört Schritte hinter sich und weiß nicht: Gehört das noch zur Inszenierung – oder schon zur Geschichte?
Die allerletzte dieser Art

Es wird keine Wiederholung geben.
Kein „nächstes Jahr vielleicht“.
Keine zweite Chance.

Gerade in der Walburgisnacht, die traditionell für Übergänge steht – vom Winter in den Mai, vom Dunkel ins Licht –, endet hier etwas Einmaliges.

Vielleicht ist es grotesk schön:
Während andernorts Hexen tanzen und Feuer lodern, versammelt sich in Obernburg ein Publikum, um den wahren Gespenstern zu begegnen – Schuld, Mut, Verlust, Hoffnung.

Und am Ende bleibt nicht nur Applaus.
Sondern Stille.
Und vielleicht ein anderes Gefühl für diese Stadt.
Die wichtigsten Informationen

Termin: Donnerstag, 30. April 2026 (Walpurgisnacht)
Beginn: 20:00 Uhr
Dauer: ca. 90 Minuten
Treffpunkt: Anna-Kapelle, Obernburg
Hinweis: Bei jedem Wetter – festes Schuhwerk und warme Kleidung empfohlen
Teilnehmerzahl: Begrenzt

Tickets:
Online unter www.eventfrog.de
E-Mail: obernburgertheaterverein@yahoo.com  
Telefon: 0170 / 9881681

Manche Nächte gehen vorüber.
Andere bleiben.

Der 30. April 2026 ist keine gewöhnliche Stadtführung.
Er ist ein Abschied.
Ein Flüstern im Dunkeln.
Und vielleicht die intensivste Art, Obernburg am Main noch einmal neu zu sehen.

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